24 Oktober 2008

Kirchbautag 2008 Teil II

Dortmund, 23.10.2008, 18:00 Uhr
Wie immer werden kirchliche Großveranstaltungen mit einem Gottesdienst und einem Abend der Begegnung eröffnet. Das gilt auch für den Deutschen Evangelischen Kirchbautag. Nur dass dieser Gottesdienst, wir sind ja unter professionellen Liturgen, mit 15minütiger Verspätung anfing. Nun ist die Reinoldikirche in Dortmund unter dem Aspekt des Priestertums aller Gläubigen schon ein protestantischer Betriebsunfall schlechthin. Am Altar ist der Pfarrer (=Priester) so weit von der Gemeinde entfernt, dass man ihn schon nicht mehr wahrnimmt. Da bekommt man einen rechten Eindruck davon, wie katholische Kirchen vor dem 2. Vatikanum waren. Die Predigt findet gefühlsecht an einem nationalistisch eingefärbten güldenen Adler statt, der Thron und Altar wieder so recht nahe rücken lässt. Und worüber geht die Predigt? Drei Mal dürfen Sie raten ... Natürlich über Psalm 84, jenes naturästhetisch ausgezeichnete Rührstück, das nur Verblendete für einen Lobpreis des Kirchenbaus halten können. Da darf dann auch der Verweis auf Harpe Kerkeling nicht fehlen. Was waren das noch für Zeiten, als "die Gebildeten mit denselben Erwartungen in die Kirche gingen wie in den Hörsaal des Sophisten: sie wollten sich einen Ohrenschmaus verschaffen". Die Zeiten sind lange vorbei, heute ist Hausmannskonst angesagt.