18 September 2009

Religion und Kriminalliteratur


Religion und Kriminalliteratur sind nur auf den ersten Blick ein ungewöhnliches Paar. Tatsächlich bestehen zwischen beiden vielfältige Bezüge: Offensichtlich sind sie dort, wo religiöse Milieus den Hintergrund abgeben, wo fanatische Gläubige und geistliche Ermittler auftreten oder religiöse Symbole zur Aufklärung des Falls beitragen. Eine Nähe ergibt sich auch dann, wenn im Krimi traditionelle theologische Themen wie die Frage nach Schuld, Strafe und Vergebung verhandelt werden. Zudem wurde schon früh eine strukturelle Parallele zwischen Krimi und Religion behauptet, etwa in Bezug auf den Einbruch des Bösen in die Welt oder in Hinsicht auf die Abgründigkeit menschlicher Existenz.

Dazu veranstaltet das Literaturhaus Basel in Zusammenarbeit mit der Theologischen Fakultät der Universität Basel, dem Forum für Zeitfragen Basel und der Katholischen Erwachsenenbildung beider Basel eine Tagung unter dem Titel:

Unerlöste Fälle
Religion und zeitgenössische Kriminalliteratur


Es wird danach gefragt, in welchen Formen Religion in der Kriminalliteratur präsent ist, welches Bild von Religion vermittelt wird und welche Bedeutung Religion für die Kriminalliteratur hat. Nicht zuletzt wird auch die Funktion der Kriminalliteratur und die Faszination dieses Genres bedacht. Die Aufmerksamkeit gilt dabei in erster Linie, aber nicht ausschliesslich der deutschsprachigen literarischen Produktion der letzten zehn Jahre.
Weitere Infos gibt es unter www.forumbasel.ch und in einem Flyer.

03 September 2009

Emil Schumacher


Aus Anlass der Eröffnung des Schumacher-Museums in Hagen veranstaltet die Ev. Akademie Villigst vom 9.-11. Oktober eine Tagung unter dem Titel "Der abstrakte Expressionismus als Malerei für das 21. Jahrhundert" mit mit Dr. Alexander Klar dem wissenschgaftl. Leiter des Schumacher-Museums

Die Akademie schreibt dazu: Emil Schumachers Werk entstand in einem Dialog des Malers mit seinem Bild. Der noch unbemalten Leinwand wurde, etwas entgegengesetzt’, eine Linie, ein Fleck, bisweilen eine Zerstörung des Malgrundes. Auf jedes neue Element musste eine ‚Antwort’ gefunden werden, bis ein Zustand eintrat, an dem der Künstler entschied aufzuhören. Diese evolutionäre Methode hat starke Parallelen zum Action Painting: In beiden Fällen entstehen die Bilder aus der Bewegung des Malers heraus und aus der malerischen Entwicklung von Elementen, die sich gegenseitig während des Malprozesses befruchten. Das Prinzip, ohne Vorzeichnung oder formale Vorstellung vom Ergebnis an ein Werk heranzugehen, ist frühzeitig (etwa von Clement Greenberg) als symbolisch gedeutet worden für eine neue und unbegrenzte Freiheit, die sich der Kunstanschauung totalitärer Systeme entgegenstellt. Emil Schumachers Werk kann in diesem Sinne sowohl als ‚freie’ Malerei angesehen werden, als auch darüber hinaus als ‚befreiende’ Malerei, die ihren Betrachtern alle Freiheit der Interpretation lässt. Emil Schumachers Werk zeigt seinen Betrachtern die Ambivalenz der beiden im 20. Jahrhundert einander gegen-übergestellten Begriffe der Abstraktion und Gegenständ-lichkeit und löst sie geradezu spielerisch auf. Seine Bilder sind zunächst der Gegenstand an sich, durch ihre betonte Materialität ausgesprochen dinglich, wenn auch im Bildgegenstand ‚abstrakt’. Zugleich gibt es in allen Schaffensperioden figurative Elemente, die in ihrer Simplizität an Höhlenmalerei oder Hieroglyphen erinnern, dabei aber nicht das Aussehen, sondern das Wesen eines Gegenstandes wiedergeben wollen. Mit der Eröffnung des Emil Schumacher Museum Hagen im August 2009 wird die Bedeutung des abstrakten Expressionismus nicht nur unter historischen Gesichtspunkten, sondern auch im Hinblick auf die Gegenwart erkennbar. Abstraktion und Gegenständlichkeit sind vor dem Hintergrund der ersten Erfahrungen im 21. Jahrhundert erneut zu Herausforderungen an die Malerei geworden. Die Begegnung mit dem Werk von Emil Schumacher eröffnet spannende Wege des Erlebens von Formen, Farben und Gestalten.

13 August 2009

Bilder im Kopf / Die Macht der Bilder


Die Evangelische Stadtakademie Frankfurt eröffnet am 16. September 2009 im Römer9 eine Veranstaltungsreihezum Thema "Bild".

Am 16.09. um 19:30 Uhr diskutieren Prof. Dr. Ralf A.W. Galuske, Dr. Andreas Mertin, Michaela Pilters und Dr. Stefan Scholz zum Thema "Bilder im Kopf - Die Macht der Bilder".

www.roemer9.de

04 August 2009

Ästhetisierung von Religion?


Unter dem Titel "Ästhetisierung von Religion - Chance oder Gefahr für den Protestantismus? Zur Diskussion um einen neuen Kulturprotestantismus" findet vom 25.-27. September 2009 in der Evangelischen Akademie Arnoldshain eine Tagung statt.

Zur Fragestellung schreiben die Veranstalter: "In einer stark von Bildmedien, Eventerfahrungen und Performanz geprägten Gesellschaft wird der ästhetische Zugang zu einer Teilnahme an religiösem Leben immer stärker. Und er könnte, wie der Religionspädagoge Joachim Kunstmann gezeigt hat, auf Kosten eines „verständigungs-, themen-, bekenntnis- oder gar problemzentrierten Zugangs“ gehen. Für protestantische Kirchen ist diese Entwicklung eine besondere Herausforderung. Einerseits gibt es einen Bedarf nach neuen kulturellen Ausprägungen evangelischer Frömmigkeit, andererseits droht mit ihnen eine Nivellierung des theologisch- intellektuellen Niveaus. Die Tagung wird die These von der Ästhetisierung der Religion bezogen auf den Protestantismus überprüfen und der Frage nachgehen, was einen theologisch wie kulturell profilierten Protestantismus ausmacht."

[Programm]

09 Juni 2009

Farbe, Furcht und Engel


Vom 19. Juni bis zum 13. September 2009 zeigt die Kunsthalle Schweinfurt die Ausstellung FRANZ HITZLER - FARBE, FURCHT UND ENGEL.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog. Die Vernissage ist am 18. Juni 2009 um 19 Uhr.
www.kunsthalle-schweinfurt.de

08 Juni 2009

Reliquie Mensch


Vom 16. Mai bis zum 27. September 2009 zeigt der Kunstdienst im Dom zu Meissen vier großformatige Arbeiten von Michael Morgner unter dem Titel "RELIQUIE MENSCH". Die Werke entstanden 2008 / 2009 und werden hier der Öffentlichkeit zum ersten Mal vorgestellt. Daneben wird der Radierzyklus "Narben" aus dem Jahre 2003/04 präsentiert.

10 Mai 2009

Rauminstallation


Die Rottweiler Künstlerin Angela M. Flaig zeigt in der Klosterkirche Bernstein eine für diesen Raum konzipierte Installation.
Die Ausstellung geht vom 17. Mai bis zum 5. Juli 2009
Die Ausstellungseröffnung ist am 16. Mai um 17 Uhr
Klosterkirche Bernstein, Hofgut Bernstein, 72172 Sulz a.N.-Renfrizhausen

09 Mai 2009

Die Konstruktion des Geheimnisses


"Zeitgenössische Kunst in sechs Feiningerkirchen rund um Weimar" ist eine so genannte "Bauhaus-aktion" des Evangelischen Kirchenkreises Weimar.
Sechs KünstlerInnen haben Installationen für sechs Dorfkirchen entwickelt: Julian Hetzel und Hannes Waldschütz (Leipzig)( in Oberweimar, Sandra Riche (Frankreich/Berlin) in Süßenborn, Anna Talens (Spanien) in Kromsdorf, Katrin Gaßmann (Erfurt) in Gaberndorf, Iris Kettner (Berlin) in Hopfgarten und Prof. Walter Bergmoser (Weimar/Seoul) in Troistedt. Die Fotografien von Tobias Adam (Weimar) sind in der Stadtkirche St. Peter und Paul zu sehen.
Die Ausstellung geht vom 9. Mai bis 13. Juni 2009.
Weitere Informationen unter www.konstruktion-des-geheimnisses.de

01 April 2009

Heft 58 von tà katoptrizómena ist erschienen!


Heft 58 des Magazins für Kunst | Kultur | Theologie | Ästhetik ist erschienen. Es trägt den Titel

Kirchenbau Regulativ

und ist weitgehend eine Dokumentation und Kommentierung aller bisher erschienenen evangelischen Verlautbarungen zum Kirchenbau seit 1856.

[Mehr ...]

01 Februar 2009

Konsequenzen


Aus Protest gegen die Rehabilitierung der Piusbrüder und speziell des Holocaust-Leugners Williamson trat jetzt der bekannte belgische Theologe und Ethiker Prof. Jean-Pierre Wils aus der Kirche aus. "Ichwill nicht mehr mit dem anti-modernen, anti-pluralistischen undtotalitären Geist dieser Kirche identifiziert werden“, sagte derProfessor, der in Deutschland lebt und an der katholischen Radboud-Universität im niederländischen Nijmegen unterrichtet. Die Priesterbrüderschaft sei eine "extrem reaktionäre und zutiefst antisemitische Gruppe, die mit Diktatoren und rechtsgerichteten Regimen sympathisiere“.

Heft 57 von tà katoptrizómena ist erschienen!


http://www.theomag.de/57/grafik57/intro.JPGDas Heft 57 trägt den Titel

Kitsch - Kopie - Nachahmung

und enthält Beiträge von Andreas Mertin, Anne Gidion, Matthias Surall und Christoph Fleischer

14 Januar 2009

Pro-Fanum


Manche Dinge überraschen einen dann doch immer wieder. Das Erzbistum Köln hat der Gemeinde St. Agnes untersagt, ihre seit Jahren durchgeführten Literaturlesungen im Kirchenraum fortzuführen [Mehr ...] Der Generalvikar Dr. Dominik Schwaderlapp führte zur Begründung im Pfarrbrief aus: "Die geweihte Kirche ist ein 'Fanum', das sich klar vom 'Profanum' abhebt. Das bedeutet nicht, dass kulturelle Elemente 'Hausverbot' in einer Kirche hätten ..., wohl aber, dass diese unmittelbar auf Gebet und Gottesdienst hingeordnet oder sogar in diese eingegliedert sein müssen. So notwendig und bereichernd der Dialog mit der Kultur auch ist, so wenig erweist sich also der kirchliche Sakralraum in seiner speziellen Sinngebung als der richtige Ort dafür ... Der 'Sakralraum Kirche' wurde nicht für Diskussionsveranstaltungen, Dichterlesungen oder Konzerte geschaffen und konsekriert, sondern für das persönliche Gebet, den Gottesdienst und insbesondere die Eucharistiefeier." So sei eben, ergänzte er, das Konzept des katholischen Sakralraumes "im Gegensatz zum Protestantismus".

Dichter, Schriftsteller, Musiker und Bildende Künstler, herzlich willkommen im evangelischen Kirchenraum, wo Kunst und Kultur auch künftig weiterhin ein Freiraum geboten wird - hoffentlich.